La Caricature - politique,
morale et littéraire
Die politisch-satirische Wochenzeitschrift La Caricature wurde im Jahre 1830 in Frankreich von dem Journalisten Charles Philipon gegruendet und im Jahre 1835 infolge der ‘Septembergesetze’ vom franzoesischen Koenig verboten.
Die zehn ‚physischen‘ Baende von La Caricature erschienen in Frankreich in den Jahren 1830 – 1835, danach wurde La Caricature in Frankreich vom damaligen – wiedererstarkten (roll-back) – Koenig verboten. Dennoch entwickelte sich auch in anderen Laendern diese Kunstform gedruckter Karikaturen immer mehr als Waffe politischen Protestes gegen herrschende politische Systeme.
Lange Zeit vor La Caricature hatten in England Karikaturen- Kuenstler derartig oeffentlichen Einfluss erlangt, so beispielsweie. Gruishank.
La Caricature erschien woechentlich vom 4. November 1830 bis zum 27. August 1835, jeweils am Donnerstag war der jeweilige Erscheinungstag, wobei die vierseitigen Hefte zusaetzlich zwei handkolorierte Einzelblaetter enthielten.
Diese handkolorierten Einzelblaetter – planches – im Format 360 x 270 mm, konnten im Handel einzeln nicht erworben werden, sie waren nur im Abonnement von La Caricature zu erhalten und daher sehr begehrt.
Neben Daumier, der in den Jahren 1832 bis 1835 allein 91 Lithographien fuer La Caricature schuf, findet man weitere Werke vieler bekannten Karikaturisten wie Grandville, Monnier, Philipon sowie Texte bedeutender Autoren wie H. Balzac oder Victor Hugo.
Ein satirischer Angriffspunkt fuer La Caricature war der ‚Buergerkoenig’ Louis Philippe, dieser hat Charles Philipon zu seinen beruehmt gewordenen Birnen – Karikaturen inspiriert
Die Absicht von La Caricature war es „…mit bewaffneter Hand in das Gebiet der Politik ein[zu]tretn” (uebersetzt aus: La Caricature, no. 55, 17. Nov. 1831).
Und „…..La Caricature besteht aus 10 Baenden, es ist die Geschichte unserer Zeit, geschrieben und gestochen auf unserer Art. Um sie zu verfertigen, haben wir die Zeit-Ereignisse Schritt fuer Schritt betrachtet, erzaehlt und gezeichnet unter der Inspriration des Volkes; so waren wir gewissermassen nur des Volkes’ Sekretaere und Maler“, so Charles Philipon’s Abschiedsworte in der letzten Ausgabe von La Caricature am 27. August 1835. (Anmerkung: Zitat aus der franzoesischen Sprache uebersetzt).
Originale der politisch-satirische Zeitschriften des 19. Jahrhunderts – falls ueberhaupt noch vorhanden – waren bzw. sind in Bibliotheken in mehrfacher Hinsicht gefaehrdet: haefig waren bzw. sind es singulaere Bestaende mit hoher Benutzungsrate, gedruckt auf Zerfall anfaelligem Papier und / oder gefaehrdet durch „Tintenfrass“. Schlimmer noch, die begehrten Karikaturen wurden ueber Jahrzehnte durch Bibliotheks-Nutzer im Leseraum teilweise herausgeschnitten und daduch illegal auf den Kunstmarkt gebracht.
Als Massnahme der Preservation des seltenen Originals von La Caricature, wurden die vollstaendigen Jahrgaenge von La Caricature auf Mikrofiches verfilmt. Zusaetzlich wurde die von zwei Professoren der Universitaet Frankfurt a. M. entdeckte Nullnummer sowie drei Supplementes von La Caricature der Mikrofiche-Edition zur Vervollstaendigung beigefuegt.
Und es ist ein Kommentartext zusaetzlich veroeffentlicht.
La Caricature kann in Frankreich sicherlich als Beginn der Beliebtheit von Bildsatire angesehen werden, was ca. 50 Jahre frueher in England aufgetreten war.
La Caricature,
ca. 2.000 Seiten auf 27 Mikrofiches publiziert
Kommentartext
