Geschichte deutscher Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur-Bewegung im 19. & frühen 20. Jhrdt.:

insgesamt ca. 1.440 Titel

ca. 198.000 Seiten,

Arbeiterbewegung: Primaertexte des späten 19. & frühen 20. Jhrdts.:

ca. 950 Titel mit ca. 130,000 Seiten,

Arbeiterbewegung: Sekundaertexte des späten 19. & frühen 20. Jhrdt.:

ca. 490 Titel mit ca. 68,000 Seiten.

Vor 1914 hatte die deutsche Arbeiterbewegung den höchsten Organisationsgrad unter den europäischen Arbeiterbewegungen. Dies zeigte sich beispielsweise im Jahr 1913, in Berlin waren mehr Sozialdemokraten organisiert als in ganz Frankreich zusammengenommen (118.000 / 93.000). Und in Hamburg waren mehr Mitglieder organisiert als in Italien (62.000 / 45.000).

Der tiefe Organisationsgrad war auch ablesbar an seiner "Durchdringung" bis in den lokalen Bereich hinein: seit 1890 entwickelte sich ein breites Vereins-, Gewerkschafts- und Genossenschaftsnetz der Arbeiterbewegung. Die meisten dieser Vereine waren durch überregionale Verbände zentral zusammengefaßt. Die Sozialdemokraten konnten damals bei den Reichstagswahlen wahrscheinich deswegen viele Wahlstimmen erhalten, weil es in fast jeder Stadt Deutschlands einen sozialdemokratisch-orientierten Verein gab. Beispielsweise gab es im Jahr 1914 in Deutschland über 5.000 derartiger Ortsvereine mit 30.000 ehrenamtlichen Funktionären.

Dazu ein paar Wahl-Eckdaten des SPD-Stimmen-Anteils an den Reichstagswahlen:

im Jahre 1890: 19,7% (= 1,4 Mio. Stimmen).

im Jahre 1912: 34,8% (=4,2 Mio. Stimmen).

Dennoch hatten viele dieser lokalen und regionalen Organisationen eine hohe Eigenständigkeit, selbst in zentralen Bereiche wie Streikbereitschaft der Gewerkschaften. Man spricht in diesem Zusammenhang von Lokalismen bzw. Regionalismen

In Deutschland war die Arbeiterbewegung auch kulturell zusammengewachsen: so gab es viele Arbeiterbildungsvereine oder beispielsweise 94 Presseorgane, welche der Arbeiterbewegung zur Seite standen. Wer Arbeiter war, unterschied sich nicht nur durch sein Gehalt und seine soziale Lage von seinen "bürgerlichen" Mitmenschen, sondern auch durch seine Freizeitgestaltung, seine Lektüre, seine moralischen Vorstellungen und letztlich durch seine Partei-Loyalität. In diesem Kontext spricht man daher von Arbeiterkultur bzw. sozialmoralischen Milieu.

So gesehen unterscheidet man ja auch Proletarische Frauenbewegung (Klara Zetkin !) von der Buergerlichen Frauenbwegung

Ein wesentlicher Kernpunkt der politischen Arbeiterbewegung war der Gedanke des Klassenkampfes, aber auch Erfahrungen der Arbeiter, daß sich deren Alltagssituation durch bürgerliche Emanzipationstheorien - und deren Versprechungen - nicht verbessert hatte oder gar verbessern wuerde. Hierzu wurde eine theoretische Diskussion der "Meisterdenker der Arbeiterbewegung" - mehr oder weniger allgemeinverständlich - gefuehrt, dann eben veröffentlicht in den jeweiligen Organen der Arbeiterbewegung.

Das Korrelat zur Ideologie-, Theorien- und Organisations-Geschichte bilden unsere Titel zur sozialen Arbeiterfrage, also zu realen Bedingungen der ArbeiterInnen, um juristische und politische Voraussetzungen der Existenz (besonders in der Situation eines "Hasumaedchens"). Es ging auch um Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht, Lohnsystem, Arbeitslosigkeit, Sozialversicherung sowie Lebenshaltung, Ausbildung, Gesundheit usw.

Dazu stehen im Vordergrund unserer Sammlung vor allem die Inhalte aus seltenem Broschürenmaterial sowie periodischen Schriften von Unterorganisationen der Arbeiterbewegung und - wie bereits auf unserer WEBsite "Historischer Sozialismus" erwaehnt - Veroeffentlichungen regionaler und lokaler Verbaende, oertlicher Arbeiter-Sekretariate, lokaler Genossenschaften, Splittergruppen usw. 

Die außerhalb der eigentlichen sozialistischen Arbeiterbewegung stehenden Richtungen und Strömungen - kirchliche Sozialreform, Sozialliberalismus, Sozialkonservativismus, Staatssozialismus etc. - sind in gewichteter Auswahl in unserer Sammlung vertreten.

Publikationen zur Arbeiterbewegung des Auslands sind vertreten, sowohl mit deutschen als auch auslaendischen Schriften, letztere meistens in die deutsche Sprache uebersetzt.

Die Kaempfe der ArbeiterInnen - auch jene der Proletarischen Frauenrechtlerinnen - waren Stellvertreter - Auseinandersetzungen. Historisch ging es de facto um die Schaffung einer anderen Gesellschaftsstrukur als der "buergerlichen Gesellschaft".

Zusammengefasst laesst sich sagen, dass wesentliche Schwerpunkte unserer Titel die Inhalte der Werke seit Marx and Engels sind. Und insbesondere Titel seit der Gruendung des Allgemeine Deutsche Arbeiter-Vereins (ADAV) im Jahre 1863. Viele Titel gibt es - wenn ueberhaupt - nur noch in wenigen 'physischen' Exemplaren - sollten diese jemals in Bibliotheken gesammelt worden sein.

Anders ausgedrueckt, es handelt sich haeufig um seltene bzw. einzigartige Titel. Wir haben bereits auf Papierzerfall und Saeurefrass hingewiesen, sodass solche Titel einer weiteren Benutzung seitens der Institutionen nicht mehr stattgegeben werden konnte, somit sind unsere Mikrofiches-Titel das einzigste Medium der Wahl.

Die Bandbreite unserer Sammlung ist attraktiv für Projekte im Bereich von Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie, Őkonomie, Historischen Disziplinen, Kulturwissenschaften etc.

Elektronische Bibliographische Daten (katalogisiert nach RAK-WB) sind vorhanden.

Nach Inhalten geordnet sind Autoren- / Titellisten auf Nachfrage erwerbbar.


Anmerkung: *wir haben versucht, Angaben zu eventueller Urheberschaft der einzelen Werke ausfindig zu machen. Sollte unsererseits ein diesbezueglicher Urheber-Fehler auftreten, so moege uns der Urheber kontaktieren um wunschgemaess zu reagieren.

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